Ägypten 1999 - Sharm El Sheikh -

In diesem Jahr hatten wir uns wieder für Ägypten entschieden und das Reiseziel lautete Sharm El Sheikh. Nach dem Flug von Berlin-Tegel via München kamen wir am 17. August gegen 14.10 Uhr Ortszeit in Sharm an. Nachdem die üblichen Einreiseunterlagen usw. erledigt waren und wir endlich unser Gepäck hatten (welches natürlich nicht auf dem Band ankam, wie es auf der Tafel stand), ging es zum Hotel "Dreams Beach". Das Hotel liegt auf einer Klippe (Ras um Sid) wie die meisten anderen Hotels, die sich am Wasser befinden. Wir mussten also immer zum "Strand" hinab, und der Einstieg erfolgte über das Riffdach. Zum Schnorcheln war das natürlich das Idealste, und Fische in allen Farben und herrliche Korallen gab es da. Allerdings hatten wir die letzten Tage nicht damit gerechnet, dass die Ebbe gegen vormittag so stark kam, dass man zwar in das Wasser konnte, aber fast unmöglich wieder heraus kam. Somit sind wir die letzten drei Urlaubstage mit Giovanni, dem italienischen Tauchlehrer, und den Tauchern auf das Boot und sind an verschiedenen Tauchpunkten geschnorchelt. 

  Hotel Dreams Beach  Hotelanlage  Hotelstrand  Giovanni    Voliere

Da Sharm sich an der Südspitze des Sinai befindet, waren die Temperaturen so um die 40 bis 45 °C. Im Hotel waren zu 90 % Italiener, die Animation war italienisch und das Hotelpersonal sprach leider besser italienisch als englisch. Glücklicherweise gab es auch noch einige wenige, die deutsch sprachen, was manchmal ganz hilfreich war. Die Saison der deutschen Touristen ist mehr im Februar/März. Um etwas einkaufen zu können, sind wir immer nach Naama-Bay (ca. 9 km nördlich) gefahren, meist mit dem Beduinentaxi (pro Fahrt 15 EGP). Naama-Bay ist auch der Dreh- und Angelpunkt des Nachtlebens in Sharm - Hardrock-Cafe, diverse Restaurants, Bars und Discos. 

Den Ritt auf dem Dromedar zu den Beduinen haben wir uns diesmal nicht entgehen lassen - aber so ohne war das nicht. Mir war irgendwann die Decke verrutscht und als ich dem Beduinenjungen klar machte, er sollte doch mal anhalten, kam keine Reaktion - aber zweimal laut rufen "Give me money". Naja, irgendwie habe ich es überlebt, dann waren wir noch zum Tee trinken und Fladenbrot essen und anschließend konnten die "Trainierten" noch am Berg hochklettern und den Sonnenuntergang bewundern.

 Dromedare Auf Tour Endlich was zu trinken! Aufstieg Sonnenuntergang

Als einzigen  großen Ausflug haben wir die Tour zum Katharinenkloster und Dahab unternommen. Den Aufstieg zum Mosesberg haben wir ausgelassen, weil verschiedene Gerüchte über "umgefallene" Touristen existierten. Zum Mosesberg geht es gegen  2.30 Uhr in der Nacht mit dem Aufstieg los und 5.45 Uhr geht die Sonne auf, und dann muss man in der Hitze wieder absteigen, und diese Tour ist besser in den Wintermonaten zu absolvieren. Es gibt wohl drei Möglichkeiten nach oben, eine Serpentine, mit dem Dromedar oder über Stufen. Aber am Ende sind auf jeden Fall über 700 Stufen zu ersteigen. 

 Katharinenkloster Kloster Glockenturm Gebeinekammer Dornenbusch Klostergarten Klostermauer Sinai

Namensgeberin des Klosters war ein Mädchen aus Alexandria, das Anfang des 4. Jh. während der Christenverfolgung den Märtyrertod starb - sie wurde enthauptet. Der Legende nach brachten Engel ihren Leichnam auf den Gipfel des Berges, der später nach ihr benannt wurde. Mönche fanden ihren Leichnam und errichteten eine Kapelle, erst im 10. Jh. wurde das damals der Gottesmutter geweihte Kloster in Katharinenkloster umbenannt. Im 6. Jh. wurde ein Schutzmauer errichtet. Das Kloster gehört der griechisch-orthodoxen Kirche und heute leben noch ca. 25 Mönche in ihm. Im Kloster befindet sich ein Schutzbrief Mohammeds, der dem Kloster über all die Jahrhunderte Sicherheit und Frieden gab. Mittlerweile ist das Kloster von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden. Im Kloster kann man nicht viel besichtigen, nur die Gebeinekammer, den brennenden Dornenbusch und den Eingangsbereich der Klosterkirche. Die Mönche sind Besuchern gegenüber nicht aufgeschlossen.

Vom Katharinenkloster ging es dann nach Dahab. Doch erst einmal erwischte uns eine Reifenpanne (s.u.). Und natürlich kein Ersatzrad dabei und da das Kloster bereits geschlossen hatte, kam auch keine Hilfe. Erst ein Kipper, der Schotter in der Wüste geladen hatte, konnte uns einen Reifen geben, damit wir weiter konnten. 1,5 Stunden hat uns die Panne in sengender Wüstensonne aufgehalten. Dann endlich fuhren wir nach Dahab weiter. Dahab ist berühmt bei Tauchern - und bei Reisenden mit kleiner Kasse für das freakige Leben. Es liegt an der traumhaften Ghazala Bay, mit ihren Palmen eine der schönsten Buchten des Sinai. Es ist auch ein Paradies für Surfer. Am Kloster als auch in Dahab trafen wir auf Fahrzeuge der UN-Friedenstruppe MFO. Nach dem Vertrag von Camp David im Jahr 1979 zwischen Ägypten und Israel erteilte die UNO einer speziellen Truppe das Mandat, auf beiden Seiten den Frieden zu sichern.

  In Dahab Ghazala Bay Dahab Wüstenstraße

Der Sinai ist ein interessantes Gebirge - er besteht aus tertiärem Sandstein, zu über der Hälfte aus grauem, roten und rosa Granit, der in vielen Farben schimmert und ist von Lavabändern durchzogen. Hin und wieder finden sich in der Nähe der Wadis auch Ablagerungen von Wüstensand. Der Sinai liegt zwischen dem Golf von Suez und dem Golf von Aquaba. Der Sinai gehört bereits zu Asien, während das übrige Ägypten zu Afrika zählt.

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